EN

Andere Räume gestalten.

The
Hetero­topian
Summit

29. Juni – 1. Juli 2018

Künstler*​innen, Forscher*​innen und Studierende kommen auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen zusammen, um gemeinsam ein experi­mentelles Programm mit Inputs, Workshops und Diskussionen zu bestreiten.

Es gibt gleichfalls – und das wohl in jeder Kultur, in jeder Zivilisation – wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hinein­gezeichnet sind, sozusagen Gegen­plazierungen oder Wider­lager, (…) in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewisser­maßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können.“

Foucault bezeichnet Gefängnisse, Friedhöfe, Theater, Schiffe oder Bordelle als Heterotopien – Orte und Einrichtungen, die zwar durchaus real sind, aber doch eine andere Welt verkörpern und damit ihre gesellschaftliche Umgebung, von der sie sich deutlich unterscheiden, konterkarieren.

Während Foucault von kulturhistorisch gewachsenen Heterotopien spricht, ist die Heterotopie mittlerweile zu einem Format von Kunst und Aktivismus, Planung und Design geworden: Die Z.A.D. in Frankreich, die Floating University (Raumlabor) in Berlin, der Free Port Baakenhöft (geheimagentur) in Hamburg – dies sind drei aktuelle Beispiele, die zeigen: ständig wird an neuen, oft temporären und singulären Heterotopien gearbeitet.

Das Heterotopia Programm für transdisziplinäres Design der Folkwang Universität lädt zum Heterotopian Summit ein, um zu diskutieren und gemeinsam zu erproben, worum es bei der Arbeit an Heterotopien geht:

(Wie) Lassen sich Heterotopien kollektiv gestalten? Welche politischen Chancen und Gefahren gilt es dabei wahr­zunehmen? Ist die Heterotopie als Format vor allem der Versuch, Utopien real zu verkörpern, oder sind auch Projekte totalen und totalitären Design wie etwa Malls und Gated Communities als Heterotopien zu verstehen?

Zum Heterotopian Summit kommen Künstler*​innen, Forscher*​innen und Studierende auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen zusammen, um gemeinsam ein Programm mit Inputs, Workshops, Experimenten und Diskussionen zu bestreiten.

Zum Programm

  • Freitag, 29. Juni Vorträge & Talks
  • 13.30 Uhr Start am SANAA-Gebäude
    Gelsenkirchener Str. 209
    45309 Essen
    Ankunft und ein paar Worte zu den ausgestellten Arbeiten
  • 14.15 Uhr Zwischen den Stühlen Christian Berens & Lena-Marie Halbedel
  • 14.30 Uhr Begrüßung Sibylle Peters
  • 14.45 Uhr Good Bye Heterotopia Marion Digel
  • 15.00 Uhr Andere andere Orte geheimagentur
  • 15.45 Uhr Becoming the Territory: A few concrete heterotopias as protest and proposition John Jordan, Isabelle Fremaux & Laboratory of Insurrectionary Imagination
  • 16.15 Uhr Kaffeepause & Stühle rücken
  • 16.45 Uhr Urban Blind Spot Performance Kai van Eikels
  • 17.30 Uhr The first heterotopia was the city itself Andreas Brück
  • 18.00 Uhr Dosenbier
  • 18.30 Uhr Heterotopic Spaces in Science Fiction Alan Shapiro
  • 19.00 Uhr Embracing the Immortal Stranger (how a vengeful anticolonial tree became the president of a university for the dead) Max Haiven, Cassie Thornton & the University of the Phoenix
  • 19.30 Uhr Letzte Worte und Ausblick auf das Kommende
  • Samstag 30. Juni Walking Conference
  • 10.00 – 12.00 Uhr Start am SANAA-Gebäude

    Begehungen & InbeSitznahmen auf der Zeche Zollverein. Plenum: Unsere Fragen an heterotopisches Gestalten.

    Zwischen den Stühlen Christian Berens & Lena-Marie Halbedel
    Lecture Performances Malte Lambert und Negar Foroughanfar
  • 12.30 Uhr Gemüse von unten Ji Jie, Yiyang Gao, Nathalie Pechan, Marcel Kather und Sabrina Großkopp
  • 13.00 Uhr The first heterotopia is the Katernberg self! Katharina Ley, Sophie Gnest, Negar Foroughanfar
  • 13.30 Uhr Mittagspause
  • Samstag, 30. Juni Workshops
  • 14.30 Uhr Start am SANAA-Gebäude Aufbruch & Beginn Workshops
  • Techniques of the Art of Living John Jordan, Isabelle Fremaux & Laboratory of Insurrectionary Imagination

    How do we behave in heterotopia, “we need … a technique of life, an art of living“ said Michel Foucault (inventor of the term Heterotopia) “We have to create ourselves as a work of art.” For Foucault this was not about trying to be some kind of authentic atomised self, but about pushing the boundaries of what that self can become in its interconnectedness with each other and worlds. This meant problematising our present forms of life and behaviour and freeing them from the restraints and dominations of the present. It means opening ourselves up to the situations we find ourselves traversing and traversing us, so that we no longer recognise ourselves anymore. This workshop will explore these themes through participatory exercises.
  • 'Not even the dead will be safe': Collaborating with the dead to confront necrocapitalism Max Haiven, Cassie Thornton & the University of the Phoenix

    Can you declare yourself dead to get out of debt? Can rumours of haunted properties stall gentrification? Can we awaken the zombies in our midst? How can we put dead (and deadly) ideologies to rest? Can ghosts be surveilled? How do we become capitalism's gravediggers, really? In this workshop we're interested in the subversive heterotopian spaces that open when we collaborate with the dead, offering us new approaches to time, power and resistance. Approaching ghosts as a material rather that (exclusively) spiritual manifestation, we will seek to develop a common framework for thought and action based on practical problems and cunning tactics.
  • Urban Blind Spot Performance Kai van Eikels

    Der öffentliche Raum wird häufig als ein leerer, allseits einsichtbarer Raum vorgestellt bzw. konstruiert (Podest-Ansatz). Tatsächlich ist er jedoch voller Gebäude, Sachen, Leute, die einander auch verdecken, abschatten, durch ihre Bewegungen Blind Spots und tote Winkel erzeugen. Im Rückgriff auf Social Media Praktiken erprobt der Workshop Queering Exhibitionism als eine künstlerisch-politische Strategie, um urbane Situationen auf ihre Blind Spots hin zu analysieren und diese als heterotopische Handlungsräume zu erproben.
  • 18.00 Uhr Treffen am SANAA-Gebäude Berichte und Präsentationen aus den Workshops, Ausklang und Imbiss an der Himmelsleiter
  • Sonntag 1. Juli Abschlussdiskussion
  • 10.00 – 13.00 Uhr Abraumhalde/Lichtung Heterotopische Versammlung

Platz reservieren

Ja, ich möchte vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 am Heterotopian Summit teilnehmen.
Kostenlos, aber verbindlich.